SKIPPERIUMSINCE 2012

Skipper werden: so geht es Schritt für Schritt

Vom ersten Mitsegeln als Crew bis zum ersten Törn als Skipper: die üblichen Schritte, was Sie lernen müssen, welche Dokumente es gibt und wie viel Erfahrung die Kurse voraussetzen.

Auf einen Blick
  • Der Weg ist in jedem Ausbildungssystem derselbe: als Crew mitsegeln, die Theorie lernen, ein UKW-Funkzeugnis erwerben, einen praktischen Skipperkurs mit Prüfung absolvieren – und dann Erfahrung sammeln, bevor es weiter hinaus auf See geht.
  • Ein erstes Skipperzertifikat erfordert fünf bis sieben Tage praktische Ausbildung auf einer Yacht und einen Theoriekurs von etwa 40 Stunden, der oft abends oder online stattfindet.
  • Ob das Gesetz einen Führerschein verlangt, hängt vom Land, vom Gewässer und vom Boot ab; Vercharterer verlangen fast immer ein Skipperzertifikat und ein UKW-Funkzeugnis.
  • Die höheren Stufen setzen nachgewiesene Erfahrung voraus: für ein Hochseezertifikat typischerweise 30 bis 50 Tage auf See, Nachtfahrten und Zeit als Skipper oder Wachführer.

Was ein Skipper tut

Der Skipper führt die Yacht: Er ist für die Sicherheit von Crew und Boot und für jede Entscheidung an Bord verantwortlich – ob jemand bezahlt wird oder nicht. In der Praxis heißt das:

Auf einer privaten Yacht bedeutet „Kapitän“ dasselbe; in der professionellen Yachtbranche ist der Kapitän der bezahlte Schiffsführer.

Die Schritte

  1. Als Crew mitsegeln
    Beginnen Sie mit einem Schnupperwochenende oder einem Crewkurs von etwa fünf Tagen oder segeln Sie im Verein oder mit Freunden mit: Lernen Sie Leinen, Knoten, Segelbedienung, Kommandos und das Leben an Bord kennen – und finden Sie heraus, ob der Funke überspringt.
  2. Die Theorie lernen
    Ausweichregeln, Betonnung, Seekarten und Gezeiten, Navigation, Wetter, Sicherheit und Motor. Schulen unterrichten das in einem Theoriekurs an Land von etwa 40 Stunden oder online; viele Kurse enden mit einem schriftlichen Test.
  3. Ein UKW-Funkzeugnis erwerben
    Meist das Short Range Certificate (SRC) oder ein gleichwertiges nationales Zeugnis: ein kurzer Kurs mit schriftlicher und praktischer Prüfung. Viele Skipperkurse setzen es vor oder während des Kurses voraus.
  4. Einen praktischen Skipperkurs absolvieren
    Fünf bis sieben Tage an Bord einer Yacht mit einem Ausbilder: Manövrieren unter Segeln und Motor, Anlegen, Ankern, Mann über Bord, Törnplanung, Nachtfahrt und ein Törn als Skipper. Am Ende steht eine Prüfung.
  5. Das Dokument erwerben, das Ihr Fahrtgebiet verlangt
    Je nach Fahrtgebiet: ein nationaler Führerschein, ein ICC oder das Zertifikat, das der Vercharterer akzeptiert – oder nichts, wo das Gesetz nichts verlangt.
  6. Erfahrung sammeln und aufsteigen
    Tragen Sie jeden Törn ins Logbuch ein – Tage auf See, Seemeilen, Nachtstunden, Tage als Skipper. Küsten- und Hochseezertifikate verlangen diese Nachweise, und sie sind es, die einen Skipper wirklich ausmachen.

Welches Dokument Sie am Ende brauchen, hängt vom Fahrtgebiet ab: Segelscheine und Zertifikate im Vergleich.

Was Sie lernen müssen

ThemaInhalt
AusweichregelnWer ausweicht, Lichterführung, Signalkörper, Schallsignale
BetonnungLateral- und Kardinalzeichen und die übrigen Seezeichen, Kennungen der Feuer
FunkMayday, PAN PAN, Sécurité, DSC, Kanäle, GMDSS
NavigationSeekarten und Kartensymbole, Position, Missweisung und Deviation, Gezeiten und Gezeitenströme, Törnplanung
WetterVorhersagen, Druckgebiete und Fronten, Beaufortskala, Nebel, Seewind
SeemannschaftDas Boot und seine Ausrüstung, Segel und Kurse zum Wind, Knoten, Anlegen, Ankern, Motor
SicherheitRettungswesten und Lifebelts, Mann über Bord, Feuer, Wassereinbruch, Rettungsinsel, Erste Hilfe

Auch die Fachsprache zählt: Das nautische Lexikon nennt jeden Begriff in sieben Sprachen, und die Übungsfragen zeigen, was eine Prüfung abfragt.

Wie lange dauert es?

AbschnittTypische Dauer
Schnupper- oder Crewkurs2 bis 5 Tage
Skipper-Theorieetwa 40 Stunden, dazu die Prüfung
UKW-Funkkurs (SRC)ein oder zwei Tage
Erster praktischer Skipperkurs5 bis 7 Tage an Bord
Küsten- und HochseezertifikateWochen nachgewiesener Segelpraxis, dann eine Prüfung, die bis zu ein oder zwei Tage dauert

Viele schaffen den Weg vom ersten Törn bis zum ersten Skipperzertifikat in ein oder zwei Saisons. Die Erfahrung, die die höheren Stufen verlangen, braucht länger – und das ist gut so.

Was die höheren Stufen verlangen

Küsten- und Hochseezertifikate werden nach einer Prüfung vergeben, und nur an Kandidaten mit nachgewiesener Erfahrung. Als Beispiele die veröffentlichten Zulassungsvoraussetzungen dreier Systeme:

ZertifikatTage auf SeeSeemeilenNacht- und SkipperzeitAußerdem
Yachtmaster Coastal (IYT, empfohlen)2580012 Stunden Nachtwache, 2 Tage als Wachführer oder Skipperab 18 Jahren
Yachtmaster Coastal (RYA)3080012 Nachtstunden, 2 Tage als SkipperErste Hilfe, Funkzeugnis, ab 17 Jahren
Offshore Skipper (ISSA)28 als Skipper oder Wachführer, auf mindestens 2 Törns und in mindestens 2 Seegebieten——Funkzeugnis und Erste-Hilfe-Nachweis, ab 18 Jahren
Yachtmaster Offshore (IYT, empfohlen)503.00030 Stunden Nachtwache, davon 6 als Skipper oder WachführerFunkzeugnis, ärztliches Attest
Yachtmaster Offshore (RYA)502.5005 Törns über 60 Seemeilen, davon 2 über Nacht und 2 als Skipper; 5 Tage als SkipperErste Hilfe, Funkzeugnis, ab 18 Jahren

Die Anforderungen ändern sich; prüfen Sie die aktuellen Regeln des jeweiligen Systems, bevor Sie die Prüfung planen. Was die Zertifikate wert sind und wo, vergleicht die Seite zu den Segelscheinen.

Eine Charteryacht skippern

Wer eine Yacht ohne Berufsskipper chartern will (Bareboat), muss meist Folgendes vorlegen:

Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und Vercharterer; Kroatien zum Beispiel veröffentlicht eine amtliche Liste der ausländischen Zertifikate, die es anerkennt. Reichen Ihre Dokumente nicht aus, können Sie mit einem angeheuerten Skipper chartern – dafür ist kein Führerschein nötig.

Profi-Skipper werden

Zahlende Gäste mitzunehmen oder als Yachtkapitän zu arbeiten ist eine gewerbliche Tätigkeit. Dafür braucht man eine vom Flaggenstaat des Bootes anerkannte berufliche Qualifikation – ein für die gewerbliche Nutzung bestätigtes Skipperzertifikat (commercial endorsement) oder ein Befähigungszeugnis –, dazu ein Seediensttauglichkeitszeugnis, ein Sea-Survival-Training und ein Funkzeugnis. Die Regeln hängen von der Flagge und der Größe des Fahrzeugs ab; ein Zertifikat für den Freizeitbereich allein genügt meist nicht.

Häufige Fragen

Wie wird man Skipper?

Als Crew mitsegeln, die Theorie lernen, ein UKW-Funkzeugnis erwerben und einen praktischen Skipperkurs mit Prüfung absolvieren; danach Erfahrung sammeln. Dieselben Schritte gibt es in jedem Ausbildungssystem, nur unter anderen Namen.

Wie lange dauert der Segelschein?

Ein erstes Skipperzertifikat: ein Theoriekurs von etwa 40 Stunden und fünf bis sieben Tage praktische Ausbildung. Küsten- und Hochseezertifikate setzen vor der Prüfung zusätzlich Wochen nachgewiesener Segelpraxis voraus.

Was kostet es, Skipper zu werden?

Das hängt vom Land und von der Schule ab. Rechnen Sie mit einem Theoriekurs, einer Praxiswoche an Bord, Prüfungs- und Zertifikatsgebühren und einem Funkkurs, und vergleichen Sie, was jede Schule im Preis einschließt.

Braucht man einen Segelschein, um eine Yacht zu segeln?

Das hängt vom Land, vom Gewässer und vom Boot ab. Manche Länder verlangen einen Führerschein für Boote oberhalb einer bestimmten Motorleistung, Länge oder Geschwindigkeit; andere verlangen für eine private Segelyacht gar nichts. Vercharterer verlangen fast immer ein Zertifikat. Segelscheine im Vergleich.

Wie wird man Yachtkapitän oder Profi-Skipper?

Auf einer privaten Yacht bedeuten Kapitän und Skipper dasselbe. Wer als bezahlter Kapitän arbeiten will, braucht eine vom Flaggenstaat anerkannte berufliche Qualifikation, ein Seediensttauglichkeitszeugnis, ein Sea-Survival-Training und ein Funkzeugnis.

Welchen Segelschein brauche ich zum Chartern?

Meist ein Skipperzertifikat mindestens auf Day-Skipper-Niveau, ein UKW-Funkzeugnis für Sie oder ein Crewmitglied und manchmal einen Segellebenslauf. Ohne diese Dokumente können Sie mit einem angeheuerten Skipper chartern.

Aktualisiert:

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