Segelscheine und Zertifikate im Vergleich
Alle Ausbildungssysteme lehren dieselben Regeln auf See. Sie unterscheiden sich in den Namen der Stufen, darin, wer das Dokument ausstellt, und darin, wo es anerkannt wird. Dieser Ratgeber ordnet die vier Arten von Dokumenten und vergleicht die wichtigsten Ausbildungssysteme und nationalen Führerscheine.
- Es gibt vier Arten von Dokumenten: den nationalen Führerschein, ausgestellt von einem Staat; das Ausbildungszertifikat eines Schulnetzwerks oder Verbands; den ICC, ein internationales Zertifikat nach der UNECE-Resolution 40, ausgestellt von Regierungen oder von ihnen zugelassenen Stellen; und das Funkzeugnis, etwa das SRC.
- Ob das Gesetz einen Führerschein verlangt, hängt vom Land, vom Gewässer und vom Boot ab: keinen für eine private Segelyacht im Vereinigten Königreich oder auf See in Frankreich; in Deutschland nur mit einem Motor von mehr als 11,03 kW; in Italien jenseits von 6 Seemeilen vor der Küste; in Spanien einen Titel für alle Boote außer kleinen in Küstennähe.
- Zum Chartern einer Yacht werden meist ein Skipperzertifikat mindestens auf Day-Skipper-Niveau und ein UKW-Funkzeugnis verlangt. Der ICC hilft, berechtigt aber allein nicht zum Chartern: Das entscheiden der Vercharterer und die örtlichen Vorschriften.
- Die Stufen der Systeme entsprechen einander: Crew → Day oder Inshore Skipper → Küstenskipper → Hochsee → Ozean.
Vier Arten von Dokumenten
| Dokument | Wer es ausstellt | Was es belegt |
|---|---|---|
| Nationaler Führerschein | Eine staatliche Behörde oder eine von ihr beauftragte Stelle | Dass Sie ein Boot führen dürfen, wo das Recht dieses Landes einen Führerschein verlangt – vor allem auf seinen eigenen Gewässern und auf Booten unter seiner Flagge |
| Ausbildungszertifikat | Eine Ausbildungsorganisation: ein nationaler Verband oder ein internationales Schulnetzwerk | Dass Sie ihren Kurs absolviert und ihre Prüfung auf einer bestimmten Stufe bestanden haben; Vercharterer und manche Behörden erkennen solche Zertifikate in unterschiedlichem Maß an |
| ICC – International Certificate for Operators of Pleasure Craft (internationales Zertifikat für Führer von Sportbooten) | Regierungen, die die UNECE-Resolution 40 anwenden, oder von ihnen zugelassene Stellen | Dass Sie einen Standard erfüllt haben – eine Prüfung oder einen nationalen Führerschein –, auf den sich andere Länder, die die Resolution anwenden, verlassen können |
| Funkzeugnis (SRC oder ein gleichwertiges nationales Zeugnis) | Die Funkbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle | Dass Sie ein UKW-Seefunkgerät mit DSC bedienen dürfen |
Ein Ausbildungszertifikat ist für sich genommen kein Führerschein, und der ICC ist kein Kurs: Er wird auf Grundlage eines nationalen Führerscheins oder einer Prüfung ausgestellt. Viele Skipper haben mehrere Dokumente – einen nationalen Führerschein mit ICC, ein Ausbildungszertifikat und ein Funkzeugnis.
Die Stufen im Vergleich
Die Systeme verwenden unterschiedliche Bezeichnungen, aber die Stufen ähneln sich. Die folgende Zuordnung stammt von uns und beruht auf dem, was jedes System über seine Stufen veröffentlicht; eine offizielle Äquivalenztabelle gibt es nicht. Lehrpläne, Seezeit und Prüfung unterscheiden sich, und eine Gleichwertigkeit auf dem Papier ist keine Anerkennung.
| Stufe | American Sailing (ASA) | ISSA | IYT Worldwide | RYA | US Sailing |
|---|---|---|---|---|---|
| Crew – Segeln unter einem Skipper | ASA 101 Keelboat Sailing | Yacht Crew | International Crew | Competent Crew | Basic Keelboat |
| Day / Inshore Skipper – in Küstennähe, bei mäßigem Wetter; die übliche Stufe für die Bareboat-Charter | ASA 103 Coastal Cruising, ASA 104 Bareboat Cruising | Inshore Skipper | International Flotilla Skipper, International Bareboat Skipper | Day Skipper | Basic Cruising, Bareboat Cruising |
| Küstenskipper (Coastal Skipper) – Küstentörns bei Tag und Nacht | ASA 106 Advanced Coastal Cruising | — | Yachtmaster Coastal | Coastal Skipper, Yachtmaster Coastal | Coastal Passage Making |
| Hochsee und Ozean – Törns weit vor der Küste; Ozeanpassagen mit astronomischer Navigation | ASA 108 Offshore Passagemaking, ASA 107 Celestial Navigation | Offshore Skipper, Master of Yacht | Yachtmaster Offshore, Yachtmaster Ocean | Yachtmaster Offshore, Yachtmaster Ocean | Offshore Passage Making, Celestial Navigation |
Die wichtigsten Ausbildungssysteme
American Sailing (ASA) – American Sailing Association
Ein 1983 gegründeter Verband von Segelschulen, mit Schulen vor allem in den Vereinigten Staaten. Seine nummerierten Kurse reichen von ASA 101 Keelboat Sailing bis ASA 104 Bareboat Cruising – vom Verband beschrieben als das Führen eines Kielboots von 30–45 Fuß auf einem mehrtägigen Törn in Küstengewässern bei bis zu 30 Knoten Wind – und weiter zu ASA 106 Advanced Coastal Cruising und ASA 108 Offshore Passagemaking. Die Vereinigten Staaten stellen den ICC nicht aus; für Inhaber von ASA 104 bietet der Verband ein eigenes International Proficiency Certificate (IPC) an, das er als dem ICC ähnlich und für Vercharterer im Mittelmeer gedacht beschreibt. Das IPC ist nicht der ICC der UNECE. Website: americansailing.com
ISSA – International Sailing Schools Association
Ein internationaler Verband von Segelschulen. Seine Stufen für Yachten sind Yacht Crew, Inshore Skipper – Yachten bis 24 m innerhalb von 20 Seemeilen vor der Küste, bei Tag und Nacht, bei mäßigem Wetter, wie die ISSA es beschreibt –, Offshore Skipper (bis 120 Seemeilen vor der Küste) und Master of Yacht. Die Zertifikate werden über akkreditierte Schulen ausgestellt; es sind Verbandszertifikate, keine staatlichen Führerscheine. Website: issa.global
IYT Worldwide – International Yacht Training
Eine private Ausbildungs- und Zertifizierungsorganisation; nach eigenen Angaben hat sie ihren Sitz in Kanada und arbeitet mit Partnerschulen in vielen Ländern. Ihre Linie für den Freizeitbereich reicht von International Crew über International Flotilla Skipper und International Bareboat Skipper – Yachten bis 24 m, Küstengewässer bis 20 Seemeilen vor der Küste, gute Bedingungen – bis zu Yachtmaster Coastal (bis 60 Seemeilen vor der Küste), Offshore (bis 150 Seemeilen) und Ocean; eine eigene Berufslinie umfasst die Zertifikate Master of Yachts. Nach Angaben von IYT können Inhaber ihrer Skipper- und Yachtmaster-Zertifikate einen ICC über IYT erhalten, wenn sie britische Staatsangehörige sind oder im Vereinigten Königreich wohnen oder wenn sie Staatsangehörige eines Landes sind, das die Resolution nicht anwendet. Website: iytworld.com
RYA – Royal Yachting Association
Der nationale Dachverband für den Wassersport im Vereinigten Königreich. Sein Ausbildungssystem für das Fahrtensegeln reicht von Start Yachting und Competent Crew über die Kurse Day Skipper und Coastal Skipper bis zu den Befähigungszertifikaten (certificates of competence) Yachtmaster Coastal, Offshore und Ocean, die nach einer unabhängigen Prüfung vergeben werden. Die RYA beschreibt Inhaber des Zertifikats Day Skipper als fähig, eine Yacht von 30–45 Fuß auf Tagestörns in vertrauten Gewässern zu führen, und Inhaber des Yachtmaster Offshore als befähigt, eine Yacht bis zu 150 Seemeilen vom Hafen entfernt zu führen, bei Tag oder Nacht. Die Kurse finden an anerkannten Ausbildungszentren im Vereinigten Königreich und im Ausland statt. Die Zertifikate sind keine staatlichen Führerscheine; für die Arbeit auf gewerblich genutzten Fahrzeugen unter britischer Flagge können sie mit einem gewerblichen Vermerk (commercial endorsement) versehen werden. Im Vereinigten Königreich stellt die RYA den ICC im Auftrag der Regierung aus. Website: rya.org.uk
US Sailing – United States Sailing Association
Der gemeinnützige nationale Dachverband für den Segelsport in den Vereinigten Staaten, der auch ein Zertifizierungssystem für das Kielboot- und Fahrtensegeln betreibt: Basic Keelboat, Basic Cruising und Bareboat Cruising, dann Coastal Passage Making und Offshore Passage Making – Letzteres setzt einen Törn von mindestens 600 Seemeilen voraus. Inhabern von Bareboat Cruising stellt er ein International Proficiency Certificate (IPC) aus, gültig für fünf Jahre; auch dieses ist ein Zertifikat des Verbands, nicht der ICC der UNECE. Website: ussailing.org
Nationale Verbände und Schulen
Viele Länder haben eigene Systeme, oft mit dem nationalen Führerschein verknüpft – die deutschen Wassersportverbände etwa betreuen die Scheine SKS, SSS und SHS. Sie sind unten bei den nationalen Führerscheinen beschrieben.
Der ICC – International Certificate of Competence
- Was der ICC ist. Ein internationales Zertifikat für Führer von Sportbooten, geschaffen durch die UNECE-Resolution Nr. 40. Der ICC nennt die Fahrzeugarten (Segel, Motor, Länge) und die Gewässer (Binnen, Küste), für die er gilt.
- Wer ihn ausstellt. Eine Regierung, die die Resolution anwendet, oder eine von ihr zugelassene Stelle, für die eigenen Staatsangehörigen und Einwohner – auf Grundlage des nationalen Führerscheins oder einer Prüfung. Mindestalter 16 Jahre. Manche Aussteller bedienen auch Staatsangehörige von Ländern, die den ICC nicht ausstellen.
- Wie lange er gilt. Das legt der Aussteller fest – im Vereinigten Königreich zum Beispiel fünf Jahre.
- Wo er zählt. Zu den Ländern, die die Resolution anwenden, gehören nach dem 2019 von der UNECE veröffentlichten Stand unter anderem Belgien, Deutschland, Finnland, Irland, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, die Schweiz, Tschechien, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Wo ein Land die Resolution nicht übernommen hat, können Vercharterer trotzdem einen ICC verlangen.
- Was er nicht ist. Nach Aussage der UNECE ergänzt der ICC die Vorschriften des Flaggenstaats, statt sie zu ersetzen, ist keine weltweit gültige Qualifikation und berechtigt allein nicht zum Chartern eines Bootes. Funk deckt er nicht ab: Das Funkzeugnis ist ein eigenes Dokument.
Nationale Führerscheine
Was das Recht des jeweiligen Landes vom Skipper einer privaten Freizeityacht auf seinen Gewässern verlangt (für ausländische Besucher und für Charterboote können andere Regeln gelten):
| Land | Führerschein | Für eine Segelyacht nötig? | Außerdem |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Sportbootführerschein See und Binnen (SBF); die Scheine SKS (Sportküstenschifferschein), SSS (Sportseeschifferschein) und SHS (Sporthochseeschifferschein) für Küstengewässer, küstennahe Seegewässer und die Hochsee sind freiwillig | Nur wenn die Yacht einen Motor mit mehr als 11,03 kW hat (15 PS; bei Elektromotoren 7,5 kW) – oder unter Segeln auf bestimmten Berliner Gewässern | Der SBF wird als ICC ausgestellt. Funk: SRC auf See, UBI auf Binnengewässern. Eine 2025 vorgeschlagene Reform würde den Führerschein ab 2028 durch Bescheinigungen anerkannter Verbände ersetzen; im Herbst 2026 war sie noch nicht beschlossen. |
| Frankreich | Permis plaisance: option côtière (bis 6 Seemeilen von einem Schutzhafen), extension hauturière (darüber hinaus), option eaux intérieures (Binnengewässer) | Auf See kein Führerschein, auch nicht mit Hilfsmotor; auf Flüssen und Kanälen erfordert ein Motor von mehr als 4,5 kW die Binnenoption | Motorboote über 4,5 kW (6 PS) brauchen den Permis plaisance. Für ein fest eingebautes UKW-Funkgerät oder ein Handfunkgerät mit DSC ist das Funkzeugnis CRR nötig, sofern Sie nicht den Permis besitzen; außerhalb französischer Gewässer immer. Für das Meer stellt Frankreich keinen ICC aus. |
| Niederlande | Klein Vaarbewijs I und II (Binnengewässer) | Nur im Binnenbereich: für Boote ab 15 m Länge oder solche, die schneller als 20 km/h fahren können; das KVB II auf den großen Gewässern (IJsselmeer, Wattenmeer, Oosterschelde, Westerschelde …). Die Regeln gelten nur für Binnengewässer | Zu einem seit 2010 ausgestellten Klein Vaarbewijs gehört ein ICC. Funk: Marcom-B oder das Basiscertificaat Marifonie (CBR). |
| Italien | Patente nautica: Kategorie A – innerhalb von 12 Seemeilen vor der Küste oder ohne Begrenzung, für Motor oder für Segel und Motor; Kategorie B für Yachten über 24 m | Jenseits von 6 Seemeilen vor der Küste ja; innerhalb von 6 Seemeilen nicht, wenn die Yacht bis 24 m lang ist und ihr Motor unter den gesetzlichen Grenzwerten bleibt (zum Beispiel 30 kW / 40,8 PS); über 24 m immer (Kategorie B) | Jenseits von 6 Seemeilen ist ein UKW-Funkgerät Pflicht; das zugehörige Funkzeugnis ist das certificato limitato di radiotelefonista. Italien stellt den ICC nicht aus. |
| Spanien | Nautische Titel: Licencia de navegación (bis 6 m, 2 Seemeilen von einem Schutzhafen, bei Tag), PNB (unter Segeln bis 8 m, 5 Seemeilen), PER (mit der Segelberechtigung bis 15 m – oder 24 m – innerhalb von 12 Seemeilen), Patrón de yate (bis 24 m, 150 Seemeilen), Capitán de yate (bis 24 m, ohne Begrenzung) | Ja, außer für Segelboote bis 6 m, die zum Sport innerhalb von 2 Seemeilen vom Ausgangspunkt bei Tag genutzt werden – seit dem 1. Oktober 2026 gilt diese Ausnahme nicht mehr für gemietete Boote | Der Kurs für Kurzstreckenfunk ist Pflichtteil von PER, Patrón de yate und Capitán de yate. Boote unter spanischer Flagge dürfen an Inhaber eines Freizeittitels aus einem EWR-Staat (und einigen weiteren Staaten) vermietet werden. Spanien stellt den ICC nicht aus. |
| Vereinigtes Königreich | Keiner für private Freizeitfahrzeuge; Befähigungszeugnisse sind nur auf Freizeitschiffen ab 80 BRZ und ab 24 m Länge vorgeschrieben, und die gewerbliche Nutzung ist gesondert geregelt | Nein, bei privater Nutzung | Die RYA stellt den ICC im Auftrag der Regierung aus. Funk: das SRC und für das Gerät eine Schiffsfunklizenz der Ofcom. |
| Russland | удостоверение на право управления маломерным судном – der Führerschein für Kleinfahrzeuge (Kleinfahrzeuge: bis 20 m und bis 12 Personen) | Zum Führen eines Kleinfahrzeugs erforderlich; Sportsegelboote bis 9 m ohne Motor und ohne Kajüte unterliegen nicht der staatlichen Registrierung | Prüfen Sie die Motorgrenzen, die Gewässer, für die der Führerschein gilt, und die ausstellende Behörde (die Staatliche Inspektion für Kleinfahrzeuge, GIMS), bevor Sie sich auf Einzelheiten verlassen. Russland stellt den ICC nicht aus. |
Vorschriften ändern sich und kennen Ausnahmen (Bootslänge, Motorleistung, Binnengewässer, gewerbliche Nutzung). Prüfen Sie vor dem Törn die aktuellen Regeln des Landes und des Flaggenstaats des Bootes.
Eine Yacht chartern
- Bareboat (ohne angeheuerten Skipper): Verlangt werden meist ein Skipperzertifikat oder ein Führerschein mindestens auf Day-Skipper-Niveau, ein UKW-Funkzeugnis, das Sie oder ein Crewmitglied besitzen, und manchmal ein Segellebenslauf.
- Wer entscheidet: das Recht des Landes und der Flaggenstaat der Yacht, danach der Vercharterer und seine Versicherung. Kroatien zum Beispiel veröffentlicht eine amtliche Liste der ausländischen Zertifikate, die es für Boote unter kroatischer Flagge anerkennt; es akzeptiert ICCs, die für Küstengewässer gelten, und verlangt ein Funkzeugnis, wenn das Boot ein UKW-Funkgerät an Bord hat.
- Griechenland, Italien, Spanien, Türkei: Eine amtliche Liste anerkannter ausländischer Zertifikate wurde nicht gefunden. Vercharterer verlangen häufig einen ICC oder ein Skipperzertifikat mindestens auf Day-Skipper-Niveau, und ihre Listen unterscheiden sich – fragen Sie den Vercharterer schriftlich, welche Dokumente er für Ihr Fahrtgebiet akzeptiert und bis wann Sie sie schicken müssen.
- Frankreich: Das Gesetz verlangt vom Skipper einer Segelyacht auf See keinen Führerschein; die Vercharterer legen eigene Anforderungen an Erfahrung, Zertifikate und Funk fest.
- Kein anerkanntes Dokument? Chartern Sie mit einem angeheuerten Skipper – dafür brauchen Sie keinen Führerschein – und tragen Sie die Seemeilen für Ihr eigenes Zertifikat ins Logbuch ein.
Funkzeugnisse
Um ein UKW-Seefunkgerät zu bedienen, brauchen Sie ein Funkzeugnis, und das Gerät selbst braucht eine Schiffsfunklizenz mit Rufzeichen und MMSI von der Funkbehörde des Flaggenstaats.
- SRC – Short Range Certificate: UKW und DSC im Seegebiet A1, in Reichweite der Küstenfunkstellen. In Europa folgt die Prüfung einem von der CEPT harmonisierten Lehrplan; die CEPT empfiehlt den Verwaltungen außerdem, ihre Zeugnisse gegenseitig anzuerkennen.
- LRC – Long Range Certificate: zusätzlich Grenz- und Kurzwelle (MF/HF) und Satellitenfunk, für die Seegebiete A2–A4.
- Nach Ländern: Vereinigtes Königreich – das SRC, verwaltet von der RYA, und für das Gerät eine Schiffsfunklizenz der Ofcom; Deutschland – das SRC auf See und das UBI auf Binnengewässern; Frankreich – das CRR, das die französische Funkbehörde als SRC behandelt; Niederlande – Marcom-B und das Basiscertificaat Marifonie, ausgestellt vom CBR; Italien – das certificato limitato di radiotelefonista; Spanien – der Kurs für Kurzstreckenfunk ist Pflichtteil der Titel PER, Patrón de yate und Capitán de yate.
- Ausbildungsorganisationen bieten auch eigene UKW-Kurse an: Prüfen Sie, ob das Zeugnis, das Sie erhalten, von einer Funkbehörde ausgestellt oder anerkannt wird. UKW-Seefunk und das SRC-Funkzeugnis.
Wie man einen Kurs auswählt
- Gehen Sie vom Fahrtgebiet aus. Die Flagge der Boote, die Sie nutzen werden, und die Länder, die Sie besuchen, entscheiden, welches Dokument zählt.
- Fragen Sie die Schule, welches Zertifikat Sie erhalten, wer es ausstellt und ob es in Ihrem Wohnsitzland Grundlage für einen ICC oder einen nationalen Führerschein sein kann.
- Vergleichen Sie den praktischen Teil: Tage an Bord, Nachtfahrten, Stunden am Ruder, Teilnehmer pro Ausbilder und ob ein Ausbilder oder ein unabhängiger Prüfer Sie prüft.
- Denken Sie an den nächsten Schritt: zu welcher Stufe das Zertifikat führt und wie viel nachgewiesene Erfahrung diese Stufe verlangt.
- Fragen Sie die Vercharterer im gewünschten Fahrtgebiet, welche Dokumente sie akzeptieren.
Häufige Fragen
Braucht man einen Segelschein?
Das hängt vom Land, vom Gewässer und vom Boot ab. Für eine private Segelyacht: keinen im Vereinigten Königreich und keinen auf See in Frankreich; in Deutschland nur mit einem Motor von mehr als 11,03 kW; in Italien jenseits von 6 Seemeilen vor der Küste oder mit einem stärkeren Motor; in Spanien einen nautischen Titel für alle außer kleinen Segelbooten in Küstennähe; in den Niederlanden ein Klein Vaarbewijs auf Binnengewässern für Boote ab 15 m Länge oder schneller als 20 km/h. Vercharterer verlangen fast immer ein Zertifikat.
Was ist ein ICC?
Der ICC ist das International Certificate for Operators of Pleasure Craft nach der UNECE-Resolution 40. Ausgestellt wird er von einer Regierung, die die Resolution anwendet, oder einer von ihr zugelassenen Stelle – auf Grundlage eines nationalen Führerscheins oder einer Prüfung. Er ergänzt die Vorschriften des Flaggenstaats, ist kein weltweit gültiger Führerschein und berechtigt allein nicht zum Chartern.
Welcher Segelschein ist international anerkannt?
Keiner gilt überall. Der ICC ist für die Länder gedacht, die die Resolution 40 anwenden; anderswo und bei Vercharterern ist die Anerkennung unterschiedlich, und nationale Führerscheine zählen in erster Linie im eigenen Land. Fragen Sie bei der Behörde und beim Vercharterer Ihres Fahrtgebiets nach.
Was ist der Unterschied zwischen RYA-, IYT-, ISSA- und ASA-Zertifikaten?
Die Organisationen lehren dieselben Inhalte in ähnlichen Stufen, sind aber verschieden, mit eigenen Namen für die Stufen, eigenen Kursformaten und eigenen Erfahrungsanforderungen. Die RYA ist der nationale Dachverband des Vereinigten Königreichs und stellt den britischen ICC im Auftrag der Regierung aus; IYT Worldwide und ISSA sind internationale Ausbildungsnetzwerke; American Sailing (ASA) und US Sailing sind amerikanisch, und ihre International Proficiency Certificates sind nicht der ICC der UNECE. Alle stellen Ausbildungszertifikate aus, keine staatlichen Führerscheine.
Darf man eine Yacht ohne Segelschein segeln?
Ja, wo das Gesetz keinen verlangt – zum Beispiel eine private Segelyacht in britischen Gewässern oder auf See in Frankreich – und auf einer Charteryacht mit angeheuertem Skipper. Ohne Berufsskipper übergeben Vercharterer eine Yacht allerdings nur an Inhaber eines Zertifikats, das sie akzeptieren.
Was kostet ein Segelschein?
Das hängt vom Land und von der Schule ab: ein Theoriekurs, ein Praxiskurs von etwa einer Woche, Prüfungs- und Ausstellungsgebühren und ein Funkkurs. Für nationale Führerscheine gibt es amtliche Gebühren; die Preise der Ausbildungszertifikate legen die Schulen fest.
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